Ernennung der provisorischen Regierung des Demokratischen Föderativen Jugoslawiens. Unter den 28 Ministern befinden sich nur drei Nicht-Kommunisten. Tito wird Ministerpräsident, der bisherige Chef der Exilregierung Šubašić übernimmt das Außenministerium, und der Vorsitzende der serbischen Demokratischen Partei (DS) Milan Grol wird Vizepremier.

Massaker von Bleiburg, wo die Briten rund 200.000 militärische und zivile Kriegsflüchtlinge aus Jugoslawien den Partisanenverbänden von Josip Broz Tito ausliefern.

Auf dem Ersten Kongress der Vereinigten Front zur Nationalen Befreiung Jugoslawiens wird diese zu einer Volksfront umgestaltet. Auf diese Weise will man auch die Unterstützung nichtkommunistischer gesellschaftlicher Kreise gewinnen. Der von der Kommunistischen Partei Jugoslawiens dominierten Volksfront schließen sich unter anderem die Landwirtschaftspartei, die Sozialdemokratische Partei und einige Flügel der Kroatischen Bauernpartei an. Außerhalb der Volksfront bleibt nur die Demokratische Partei unter dem Vorsitz von Milan Grol.

Der Antifaschistische Rat für die Nationale Befreiung Jugoslawiens, der sich in die Provisorische Skupština (die Versammlung der Volksvertretung) umgestaltet hat, schreibt für den November Parlamentswahlen aus und beschließt die Wahlordnung. Auf ihrer Grundlage wird Hunderttausenden das Wahlrecht entzogen. Vorgesehen ist nur die Abstimmung über die Liste der Volksfront (dafür oder dagegen). Vizepremier Grol reicht seinen Rücktritt ein. Im Oktober kündigen auch die zwei anderen nichtkommunistischen Minister ihre Zusammenarbeit mit der Regierung auf.

Beschluss des Gesetzes über die Bodenreform. Zur Enteignung vorgesehen ist Grundbesitz, der 45 Hektar Ländereien oder 35 Hektar Ackerland übersteigt. Die maximale Flächenzuteilung für einen Bauernhof lag zwischen 4,5 und 6,9 Hektar.

Inhaftierung von Erzbischof Alojzije Stepinac, der nach einem Schauprozess im Oktober 1946 wegen Zusammenarbeit mit dem Ustascha-Regime zu 16 Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt wird. Von einem allzu harten Umgang mit dem inhaftierten Erzbischof wird jedoch abgesehen, und 1951 wird seine Gefängnisstrafe in Hausarrest in seinem mittelkroatischen Heimatdorf Krašić umgewandelt. Absicht der Staatsführung ist es, eine vom Papst unabhängige kroatische Nationalkirche zu schaffen.

In einer Atmosphäre von Einschüchterung und Gewalt finden die Wahlen zur Gesetzgebenden Versammlung statt. Offiziellen Angaben zufolge entfallen auf die Liste der Volksfront 90 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Auf der ersten Sitzung der Gesetzgebenden Skupština (Versammlung der Volksvertretung) wird einstimmig die Föderative Volksrepublik Jugoslawien (FNRJ) proklamiert.