Geschichte der slowakischen Opposition

Die Slowakei war bis Ende 1992 ein Teilstaat der Tschechoslowakei. Im slowakischen Landesteil gab es starke Bestrebungen zur größtmöglichen Autonomie innerhalb des gemeinsamen Staatswesens, da die eigenständigen slowakischen Institutionen unter anderem auf ein slowakisches Föderalparlament als gesetzgebendes Organ begrenzt waren.

Die in den beiden Landesteilen jeweils anders gelagerte politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung rief verschiedene Konfliktlagen hervor, durch welche sich Tschechien und die Slowakei in ihrer politischen Landschaft unterschieden. Beide Gesellschaften machten vor allem in der Zeit AB 1969 jeweils eigene Erfahrungen mit dem totalitären kommunistischen Regime. Auch nach der *Samtenen Revolution 1989 waren die Unterschiede zwischen beiden Landesteilen unübersehbar wie beispielsweise darin, dass nach 1989 keine gesamtstaatliche politische Partei entstand. (...)

Erinnerungskultur in der Slowakei

Die Aufarbeitung der kommunistischen Herrschaft in der Slowakei setzte unmittelbar nach der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei ein. 1990 wurde ein erstes Rehabilitierungsgesetz verabschiedet und politisch Verfolgten Entschädigungsleistungen zuerkannt. Dazu gehörte nicht nur die Entschädigung für erlittene Haftzeiten, sondern auch die Rückerstattung bzw. der Ausgleich für enteignete Vermögenswerte. Bereits im Mai 1991 verurteilte das tschechoslowakische Parlament das unrechtmäßige Handeln der kommunistischen Regierung vor 1989. Diese Einschätzung wurde 1993 und 1996 von der nun unabhängigen Slowakei bestätigt und die kommunistische Herrschaft in verschiedenen Gesetzen für illegal erklärt. Gleichzeitig wurde der Widerstand gegen die früheren Machthaber als legitim und ehrenhaft klassifiziert. (...)

Landeschronik Tschechoslowakei

29.08.1944

Slowakischer Nationalaufstand in Banská Bystrica. Dieser ist eine gemeinsame Erhebung einzelner slowakischer Widerstandsgruppen und von Teilen der slowakischen Armee gegen die beginnende Besatzung durch die deutsche Wehrmacht. Der Slowakische Nationalrat übernimmt die Regierungsgewalt über die Aufstandsgebiete und ruft die Tschechoslowakische Republik aus. Gleichzeitig verkündet er den Beitritt zur Anti-Hitler-Koalition und damit den Austritt der Slowakei als Satellitenstaat aus dem Bündnis mit dem Dritten Reich. Parallel zum Nationalrat werden Regierungsbevollmächtigte ernannt, die quasi-ministerielle Funktionen in dieser Zeit übertragen bekommen. Die Ämter des Nationalrates und der Regierungsbevollmächtigten werden paritätisch zwischen Vertretern der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS) und dem bürgerlichen Block, also der nichtkommunistischen, demokratischen Widerstandsbewegung, aus welcher später die Demokratische Partei hervorgeht, aufgeteilt.

 

17.09.1944

Zwangsvereinigung der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS) mit den Slowakischen Sozialdemokraten auf einem Kongress in Banská Bystrica. Am Kongress nehmen Vertreter der sozialdemokratischen Widerstandsgruppen aus dem Aufstandsgebiet teil. Ein Teil der Sozialdemokraten ist jedoch gegen den Zusammenschluss mit der Kommunistischen Partei und gründet noch vor den Wahlen 1946 die Arbeiterpartei.